Ambulante Tarifstrukturen Paramedizin ab 2027: Handlungsbedarf für Spitäler und Kliniken
Per 1. Januar 2027 stehen bei den ambulanten Tarifstrukturen für Physiotherapie, psychologische Psychotherapie und Neuropsychologie wichtige Änderungen an. Vorbehältlich der Genehmigung durch den Bundesrat werden alle drei OKP-Tarifstrukturen auf diesen Zeitpunkt eingeführt. H+ empfiehlt den Spitälern und Kliniken, die notwendigen technischen, organisatorischen und tarifarischen Vorbereitungen anzugehen.
Die Änderungen in den verschiedenen paramedizinischen Disziplinen unterscheiden sich je nach Tarifbereich. Die detaillierte Übersicht mit den wichtigsten Änderungen, der Taxpunktwertsituation und dem konkreten Handlungsbedarf je Tarifstruktur finden sie hier. Diese Infotmationen haben wir den Mitgliedern am 30. September 2026 zugestellt.
Physiotherapie
Die bisherige Tarifstruktur mit Behandlungspauschalen wird durch einen Einzelleistungstarif ersetzt. Die neuen Tarifpositionen müssen in den Systemen implementiert werden. Gleichzeitig ist zu prüfen, ob bestehende Taxpunktwertverträge weitergeführt werden können oder angepasst werden müssen.
Psychologische Psychotherapie
Die definitive Tarifstruktur wird die heutige provisorische Tarifstruktur ablösen. Neben der technischen Umsetzung besteht Handlungsbedarf bei den Taxpunktwerten: Die Spitäler und Kliniken bzw. die Regionalverbände müssen mit den Einkaufsgemeinschaften neue Tarifverträge und Taxpunktwerte vereinbaren.
Neuropsychologie
Die bestehende Tarifstruktur für die Diagnostik wird um die ambulante neuropsychologische Therapie erweitert. Gleichzeitig konnten sich H+, die Schweizerische Vereinigung für Neuropsychologie (SVNP) und die Einkaufsgemeinschaften nicht auf eine nationale Anschlusslösung für die Taxpunktwerte einigen. Die betroffenen Spitäler und Kliniken bzw. Regionalverbände sollten deshalb die entsprechenden Verhandlungen mit den Einkaufsgemeinschaften aufnehmen. Aufgrund des kurzfristigen Handlungsbedarfs bei den Taxpunktwerten führt H+ am Dienstag, 3. November 2026, um 11.00 Uhr eine Online-Infosession für betroffene Spitäler, Kliniken und Regionalverbände durch.
H+ ist sich bewusst, dass diese Änderungen zusätzlichen Umsetzungsaufwand verursachen und zeitlich mit den weiterhin umfangreichen Arbeiten rund um das ambulante Gesamt-Tarifsystem zusammenfallen. Die neuen Tarifstrukturen ermöglichen jedoch eine sachgerechtere und differenziertere Abbildung der Leistungen und schaffen damit eine wichtige Grundlage für deren künftige Vergütung.
