Antibiotikaresistenzen: Bezifferte Kosten und gemeinsame Verantwortung
Eine im April 2026 im European Journal of Health Economics veröffentlichte Studie beziffert erstmals die wirtschaftliche Belastung von Antibiotikaresistenzen für Schweizer Spitäler. Allein im Jahr 2023 verursachten antibiotikaresistente Infektionen im Schweizer Spitalwesen Mehrkosten von 53,6 Millionen Franken. H+ fordert daher konkrete Massnahmen.
Die Studie basiert auf 102 492 Hospitalisierungen in 124 Schweizer Spitälern im Jahr 2023. Sie bewertet die Auswirkungen von Antibiotikaresistenzen anhand von vier Dimensionen. Das Fazit: Die Spitalkosten steigen um 11,4 Prozent (+3'323 Franken pro Patient/in), die Aufenthaltsdauer verlängert sich um 10,8 Prozent (+1,24 Tage, was zu Produktivitätsverlusten von 402 Franken führt), die spitalinterne Sterblichkeit nimmt um 13,2 Prozent zu (geschätzter Verlust von 9'755 Franken) und die Aufenthalte auf Intensivstationen dauern 37,4 Prozent länger (+142 Franken aufgrund von Einbussen bei der Lebensqualität). Bei Fällen mit hoher klinischer Komplexität – ein Profil, das bei resistenten Fällen doppelt so häufig vorkommt – entsteht ein Mehraufwand von 30'731 Franken pro Patientin bzw. Patient.
Ausbildung und Antibiotika-Stewardship stärken
H+ plädiert für die systematische Integration des Antibiotika-Stewardships in Studiengänge und obligatorische Weiterbildungen. Als Beobachter des Programms StAR 3 von Swissnoso unterstützt H+ die Programme des Antimicrobial Stewardship in den Spitälern. H+ verweist dabei auf das von Swissnoso kostenlos bereitgestellte Handbuch für das Antimicrobial Stewardship.
Gemeinsame Verantwortung zur Kostensenkung
Antibiotikaresistenzen lassen sich nicht isoliert bekämpfen. H+ unterstützt deshalb eine nationale Kampagne, die Entscheidungshilfen und lokale Daten zu resistenten Keimen beinhaltet, einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika fördert und gemeinsam von medizinischen Fachgesellschaften, Universitäten und kantonalen Gesundheitsbehörden getragen wird.
